Empfohlen

Flächenverbrauchszähler

Laut Umweltbundesamt liegt der Flächenverbrauch im gleitenden vier Jahresdurchschnitt im Jahr 2020 in Deutschland bei 54 Hektar pro Tag. (54 Hektar entsprechen umgerechnet ca. 75 Fußballfelder oder 540.000 Quadratmeter; Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/flaeche/siedlungs-verkehrsflaeche#-das-tempo-des-flachen-neuverbrauchs-geht-zuruck)

Flächenverbrauch seit dem 01.01.2022 in Deutschland:

Hektar

Infoveranstaltung am Schnadestein – BI-Dreiländereck fordert erhalt des „Naherholungsgebietes Dierhagenweg“

Unter reger Teilnahme der Bevölkerung hat die Bürgerinitiative (BI) Dreiländereck, gemeinsam mit der IG Papenloh Bürger am Schnadestein des Dierhagenweges, über die Absicht der Ampelkoalition aktuell 23 Hektar (rechtlich möglich sogar bis zu 50 Hektar) Ackerfläche in ein Baugebiet umzuwandeln informiert.

Um ihren Forderungen „Bodenverbrauch stoppen“, „Wohnbestand entwickeln“ und „Bäume statt Beton“ Ausdruck zu verleihen, setzten auch die Landwirte ein Zeichen und waren symbolisch mit einem Trecker vor Ort. Bauen ja, doch nur noch innerhalb der Siedlungsgrenzen. Nicht nur die Klimakrise sondern auch der Ukraine Krieg hat einmal mehr veranschaulicht wie extrem wichtig unsere landwirtschaftlichen Flächen vor unserer Haustür sind.

Die Landwirte betonen zudem, dass durch die fortschreitende Reduzierung der Ackerflächen, der Pachtzins immer weiter steigt und dies das Sterben der kleinen Höfe weiter beschleunigt.

Wenn wir regionale Produkte konsumieren wollen, wenn wir uns selber versorgen wollen, ist die Konsequenz die Ackerflächen zu erhalten.

Man bedenke, desto weniger Ackerflächen zur Verfügung stehen, desto intensiver muss auch der Boden bewirtschaftet werden, um zumindest den gleichen Ertrag zu erhalten.

Bildquellen: privat

Durch die Veranstaltung haben sich weitere Bürger der BI angeschlossen, so dass die Anzahl auf 643 Mitglieder gestiegen ist.

E-Mail an der Bezirksbürgermeister Obering am 05.06.2022

Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister Obering,

bei der Bezirksvertretungssitzung am Donnerstag, den 02.06.2022, haben Sie in einem Nebensatz erwähnt, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger bei Ihnen über mangelnden Wohnraum/ Baugrundstücke beklagen. Als Vertreter der Bürgerinitiative Dreiländereck ist uns an dieser Stelle wichtig Ihnen mitzuteilen, welche Ziele die BI ganz genau verfolgt.

Wie Sie unserer Webseite (siehe Link zum Thema „Ziele“) entnehmen können, wünschen wir uns unter anderem, dass die „Innen- und Nachverdichtung Vorrang bei der Stadtplanung“ haben sollte und „Bauen nur innerhalb der Sieglungsgrenzen“ erfolgen sollte: Ziele – Bürgerinitiative Dreiländereck Hamm (gutes-klima-hamm.de)

Wir sind nicht gegen die Schaffung von Wohnraum. Wir sind gegen ein “weiter so“ in Zeiten von vielen gleichzeitigen Krisen. Es gibt gute Alternativen/ neue Ideen Wohnraum zu schaffen, ohne dabei wertvolle Freiflächen zu vernichten.

Hier einige Schlagworte und Links zu bespielhaften Alternativen:

Da sich so viele Bürger/innen bei Ihnen über mangelnden Wohnraum beklagen, möchten wir Ihnen gerne verdeutlich, dass sich mit 622 BI-Mitgliedern auch viele Bürger/innen „bei Ihnen melden“. Diese vielen Menschen aus Rhynern möchten das Wohnraum entwickelt wird, ohne dass auf einer grünen Wiese im Außenbereich gebaut wird.

Sie möchten das Folgendes respektiert wird:

„Auch der objektivrechtliche Schutzauftrag des Art. 20a GG schließt die Notwendigkeit ein, mit den natürlichen Lebensgrundlagen so sorgsam umzugehen und sie der Nachwelt in solchem Zustand zu hinterlassen, dass nachfolgende Generationen diese nicht nur um den Preis radikaler eigener Enthaltsamkeit weiter bewahren könnten.“ (Zitat aus den Leitsätzen zum Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021 Bundesverfassungsgericht – Entscheidungen – Verfassungsbeschwerden gegen das Klimaschutzgesetz teilweise erfolgreich)

Viele Grüße

I.A. der Bürgerinitiative Dreiländereck

Stefan Watzstedt

Martin Lauven

Andreas Jürgenliemk

P.S.:  Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir diese E-Mail auf unserer Internetseite (www.gutes-klima-hamm.de) veröffentlichen. 

Pressemitteilung – Unsere Veranstaltung vom 27.04.22 „Wohnraum schaffen – Freiraum schützen“

Bildquelle: privat

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bitten um Veröffentlichung folgender Pressemitteilung:

„Wohnraum schaffen – Freiraum schützen“

Den Vortrag am Mittwoch Abend werten die Veranstalter Bi Dreiländereck und die IG Papenloh als vollen Erfolg. Das zentrale Thema lautete: Wohnraum entwickeln ohne auf der grünen Wiese zu bauen. Der Referent Daniel Fuhrhop ist Wirtschaftswissenschaftler und Buchautor. Er ist eigens aus Potsdam angereist, um über die vielfältigen Möglichkeiten zu referieren, wie Wohnraum im Bestand entwickelt werden kann. Es ist machbar, auf die Vernichtung von grünen Wiesen, Äckern und Natur zu verzichten, aber trotzdem neuen Wohnraum zu schaffen. Viele Länder, darunter z. B. Frankreich und Belgien setzen bereits konsequent Projekte um. In der Kombination von z. B. Umbau, Vermietung von Leerständen, Wohnungstausch und sozialen Modellen rechnet Fuhrhop mit bundesweit etwa 100.000 zusätzlichen Wohnungen jährlich, die schnell, einfach, kostengünstig und sogar klimafreundlich im Bestand gewonnen werden können. Beispielsweise ziehen jüngere Leute zu Älteren, zahlen wenig oder keine Miete, helfen im Haushalt, beim Einkaufen oder im Garten. Auf vielen Ebenen entstehen für die Beteiligten Synergieeffekte, sei es bei gemeinsamen Wohnprojekten, Übernahme von Sicherheiten, Belebung von schwachen Gebieten.

Bildquelle: privat

2017 hat die Stadt Hamm eine Wohnbaulandinitiative vorgestellt. Seitdem ist viel passiert. 2019 wurde der Klimanotstand ausgerufen. 2022 hat der Krieg in der Ukraine in aller Deutlichkeit gezeigt, wie wichtig die Nahrungsmittelproduktion im Landesinneren auf heimischen Äckern ist. Was muss noch passieren, damit Politik und Verwaltung einlenken? Klimaschutz ist mehr als Dächer von Haltestellen zu begrünen, so wie Frieden auch mehr verlangt als eine Kerze anzuzünden.

Bei der Veranstaltung glänzten die eingeladenen Ratsmitglieder, OB Herter, Bezirkspolitiker und die Verwaltung durch Abwesenheit. Als einzige Mandatsträgerin der Grünen war Andrea Pfeifer vor Ort, die direkt politische Fragen beantwortete. „Wenigstens die grüne Fraktion muss laut Parteiprogramm doch dafür einstehen, den Bodenverbrauch zu stoppen“, wunderten sich die Besucher über das Desinteresse der gesamten restlichen politischen Vertreter. „Wir erleben hier die Realität der in den Wahlprogrammen aus

2020 so gepriesenen neuen Bürgernähe“, war die Meinung in der sich anschließenden Diskussionsrunde. Bei dem offensichtlichen Desinteresse aller eingeladenen politischen Entscheidungsträger wunderte sich keiner der Gäste darüber, dass in Hamm der Klimawandel verschlafen wird und das gewohnte „WEITER SO“ der Standard ist. Wenn wir als Bürger nicht die Politik wachrütteln, werden im Bezirk Rhynern unsere dringend benötigten Freiflächen verschwinden.  Deshalb wurde den abwesenden Entscheidungsträgern des Rates und des Bezirkes symbolisch ein grüner Wecker überreicht, der auf 12:12 Uhr zeigte.

Das Fazit der Veranstaltung lautete: „Wir fordern von der Politik die Umsetzung: Bodenverbrauch stoppen – Wohnbestand entwickeln – Bäume statt Beton.“

Bürgerinitiative Dreiländereck

Bildquelle: privat

__________________________________

Nachtrag:

Am Freitag den 29.04.2022 hat unser BI-Mitglied Martin Lauven zwei Briefe bekommen. Einem vom Büro des OB, worin er sich für die Einladung bedankt, aber auf andere terminliche Verpflichtungen verweist.

Einen zweiten Brief gab es von Herrn Muhle vom Stadtplanungsamt. Auch er bedankt sich und verweist auf andere Termine. Er bietet aber an im Dialog zu bleiben.

Zudem gab es zum Veranstaltungszeitpunkt von der CDU Fraktion eine E-Mail, dass Herr Hilweg (Kreisvorsitzender im Kreisverband Hamm) wegen der kurzen Einladungsfrist leider nicht teilnehmen kann.

„Fühlte mich als lästiges Ärgernis“ – Leserbrief von unserem Mitglied Regine Lauven im WA

Am 20.03.2020 wurde im Westfälischen Anzeiger von unserem Mitglied Regine Lauven nachfolgender Leserbrief veröffentlicht.

Stellungnahme zum Artikel vom 14.03.20: „BI verlässt wütend den Sitzungssaal“

Ich, Regine Lauven Mitglied der BI Dreiländereck, war selbst anwesend bei der Sitzung der Bezirksvertretung Rhynern. Ich habe ganz brav, wie in der Geschäftsordnung vorgesehen, meine 2 Fragen in der Einwohnerfragestunde vorgetragen. Ich war sehr irritiert, dass Herr Saarbeck die anwesenden Mitglieder der BI Dreiländereck maßregeln durfte und uns „störendes Verhalten“ vorwarf.

Bildquelle: Westfälischer Anzeiger

Nach der Geschäftsordnung, auf die er sich bezog, hatte er kein Recht diesen Ordnungsruf auszusprechen. Dies obliegt ausschließlich der Vorsitzenden der Bezirksvertretung also Frau Sosna. Einen Ordnungsruf von Frau Sosna hätten wir sicherlich angenommen, unser Verhalten entsprechend geändert und das Beifallklatschen unterlassen. Verbale Unmutsbekundungen sind aus meiner Erinnerung nicht gefallen. Außerdem entnehme ich aus dem § 21 der Geschäftsordnung, dass es sich um eine „Kann“ Vorschrift handelt. Aber ich bin nur eine normale Bürgerin und lerne gerne hinzu. Darüber hinaus fand ich die Art und Weise der Maßregelung in der Wortwahl nicht angemessen, da sie in einem sehr belehrenden und überheblichen Tonfall vorgetragen wurde. Übrigens war ich nicht „wütend“ sondern tief enttäuscht. „Augenhöhe“ wäre der richtige Weg gewesen. Ich habe den Eindruck, dass normale Bürger von Teilen der Bezirksvertretung nicht erwünscht sind. Ist es eigentlich vertretbar mit Bürgern, die letztendlich auch Wähler sind, so umzugehen? Ich fühlte mich nicht als Mitglied einer „Willkommensgesellschaft“ sondern als lästiges „Ärgernis“. Dieses Verhalten trägt nicht dazu bei, mündige Bürger zu animieren Ihre Meinung zu sagen.

Ich wünsche mir, dass wichtige Themen wieder sachlich diskutiert werden. Also Umkehr vom „Gegeneinander“ und hin zu einem „Miteinander“. Denn der Klimaschutz ist als Thema viel zu wichtig und nur gemeinsam wird es uns gelingen Lösungen für die Zukunft zu finden.

Regine Lauven
Mitglied der BI Dreiländereck

Wer noch kein Plakat hat – hier gibt es welche!

Schreibt uns eine E-Mail an e-mail@gutes-klima-hamm.de oder wende dich direkt an Andreas Jürgenliemk. Gegen eine Spende von 30,-€ kannst du dein Plakat auswählen. Folgende Plakat-Slogans stehen zur Verfügung:

Bildquelle: privat

Oder möchtest du deinen eigenen individuellen Slogan? Kein Problem – Sonderanfertigungen sind möglich.

„Erfolgsjahr der Stadtplanung“ – Leserbrief von unserem Mitglied Martin Lauven im WA

Am 14.03.2020 wurde im Westfälischen Anzeiger von unserem Mitglied Martin Lauven nachfolgender Leserbrief veröffentlicht. Auf unserer Webseite in ungekürzter Fassung:

Bildquelle: privat

Eine kleine Utopie

Wir schreiben das Jahr 2035. Die Stadt Hamm hatte im Jahr 2020 den Klimanotstand ausgerufen. Rechtzeitig hatten die Verantwortlichen der Stadt erkannt, dass neben vielen anderen Dingen auch der Verbrauch wertvollen Bodens ein gravierendes Umweltproblem war. Diese nicht vermehrbare Ressource musste für zukünftige Generationen erhalten werden.

Bildquelle: Westfälischer Anzeiger

Man war sich bewusst, dass der Boden Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen ist. Eine belebte Bodenschicht benötigte Jahrhunderte, teilweise Jahrtausende für Ihr Entstehen. Es konnte nicht sein, dass der Bestand dieser wertvollen Ressource weiter ungehemmt abgebaut werden sollte. Gleichzeitig wusste man, dass der demografische Wandel unumkehrbar war, die Bevölkerungszahl kontinuierlich abnahm und der Anteil älterer Bewohner stetig zunahm. Die Anzahl der 1 und 2 Personenhaushalte hatte in den letzten Jahren zugenommen, die Anzahl der Haushalte mit 3 oder mehr Personen stagnierte oder nahm sogar leicht ab. Dieser demografische Wandel eröffnete aber auch neue Möglichkeiten, da die Anzahl des zu vererbenden oder zu veräußernden Immobilienbesitzes stetig stieg. Mit gezielten Förderprogrammen für junge Familien, die ein altes Haus erwarben, konnte man gleichzeitig dem Gebot der sozialen Förderung gerecht werden. Junge Familien wurden auch gezielt bei Neubaumaßnahmen im Geschoßwohnungsbau im innerstädtischen Bereich gefördert und nicht mehr an den Rand der Stadt in Neubaugebiete auf die grüne Wiese gedrängt. Rechtzeitig begann die Stadt ein Flächenkataster anzulegen, in dem insbesondere Brachflächen, Gebäudeleerstand, Baulücken und andere Nachverdichtungsmöglichkeiten erfasst wurden. Das Prinzip der Innenentwicklung wurde zum Grundsatz der Stadtplanung. Die Kommune sollte zu einer Stadt der kurzen Wege werden. Wohnen, Arbeiten, Begegnung, Gesundheit, Freizeit, Konsum, Grünbereiche sollten wieder enger miteinander verzahnt werden.

Viele hatte es im Jahr 2020 nicht für möglich gehalten, dass der Plan aufgehen könnte, doch das Jahr 2035 wurde zum Erfolgsjahr einer innovativen Stadtplanung, die Vorbild für viele andere Kommunen wurde. Man hatte das 0-Hektar Verbrauchsziel erreicht. Die Bodenbilanz war ausgeglichen.

Nur eine Utopie?

Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe. – Danke Martin!

Erstes Bürgertreffen am Schnadestein vom 07.03.2020

Am 07.03.2020 fand unser erstes Bürgertreffen am Schnadestein statt. (Der Schnadestein markiert den Mittelpunkt des Dreiländerecks Rhynern, Westtünnen und Berge und liegt im geplanten Baugebiet am Dierhagenweg.)

Bildquelle: privat

Im Bezirk hatten wir zuvor ca. 2000 Handzettel verteilt, in dem wir u.a. zum Treffen eingeladen hatten. Viele interessiert Bürger haben uns in der Zeit von 14-17:00 Uhr an unserem Pavillon besucht. Bei Kaffee, Plätzchen und Kuchen fanden sehr interresante Gespräche statt. Natürlich war das geplante Bauvorhaben das Hauptthema. Direkt vor Ort konnte man einen unmittelbaren Eindruck von der Größe der geplanten Baufläche vermitteln.

Bildquelle: privat

Auf 23 ha sollen im ersten Bauabschnitte ca. 500 Wohneinheiten für ca. 1100 Einwohner entstehen. Da die Bevölkerung im Bezirk Rhynern um 1500 Einwohner und in der Stadt Hamm um 3500 Einwohnern in den nächsten fünfzehn Jahren sinken soll, ist dieser Verbrauch an Acker- und Kulturfläche aus unserer Sicht völlig unnötig. In Zeiten des Klimanotstands braucht es nachhaltigere Ideen, als eine „grüne Wiese“ außerhalb der Siedlungsgrenzen zu bebauen, um einen evtl. vorhanden Bedarf an Wohnraum zu decken.