Stadt Hamm ruft Klimanotstand aus…

…und widmet gleichzeitig 50 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Bauland um. – Wie geht das zusammen?

Das sogenannte „Dreiländereck“ befindet sich zwischen den Gemeinden Berge, Rhynern, Westtünnen und besteht aus landwirtschaftlichen Nutzflächen rund um den Dierhagenweg und den Südfeldweg. Umrahmt von kleineren Waldflächen dient es als „grüne Lunge“ und Klimagürtel des Hammer Südens. Da der Dierhagenweg auf diesem Teilstück für den Autoverkehr gesperrt ist, ist er als offizieller Schulweg für die Schüler der Konrad-Adenauer-Realschule ausgewiesen und ist eine beliebte Fahrradroute zwischen den Gemeinden. Das Gebiet wird gerne genutzt für sportliche Aktivitäten. Außerdem kann eine artenreiche Tierwelt beobachtet werden. Landwirte haben zahlreiche Blühwiesen angelegt, um dem Insektensterben entgegen zu wirken.

Der Rat der Stadt Hamm hat nun am 21.05.2019 die Grundlage für den Bebauungsplan „Neues Wohnen am Dierhagenweg“ gelegt und 50 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Bauland umgewidmet, auf denen 1.000 bis 1.500 Wohneinheiten entstehen sollen. Das bedeutet eine Flächenversiegelung in der Größe von ca. 80 Fußballfeldern.

Nahezu gleichzeitig, am 09.07.2019, wird in der Stadt Hamm der Klimanotstand ausgerufen.

Bildquelle: Anlage Nr. 2 vom Ratsbeschluss 1835/19

Die BI Dreiländereck fragt: Wie geht das zusammen?

Die BI Dreiländereck fordert mit den nachfolgenden Argumenten den Rat der Stadt Hamm auf, die vorgestellten Bebauungspläne hinsichtlich des ausgerufenen Klimanotstands und hinsichtlich des tatsächlichen Wohnbedarfs in den südlichen Stadtteilen zu überprüfen und zu reduzieren:

  • Das Wohngebiet würde mehr Menschen beheimaten als die Stadtteile Westtünnen und Berge.
  • Landwirtschaftliche Anbauflächen sind rar, die Pachtpreise würden enorm steigen.
  • Die überlastete Anschlussstelle der A2 und die überlastete B 63 können kein zusätzliches Verkehrsaufkommen vertragen.
  • Das Ökosystem würde massiv gestört. Rehe, Feldhasen, Fasanen, Fledermäuse etc. hätten keinen Lebensraum mehr.
  • Die Infrastruktur ist nicht für so viele Menschen ausgelegt.
  • Der tatsächliche Wohnbedarf im südlichen Stadtteil ist sehr viel geringer. Es würde zu Fluktuationen innerhalb des Stadtgebietes führen und zur Ansiedlung von Berufspendlern, z.B. aus Dortmund.
  • Ein wichtiger Klimagürtel in einer, durch die A2 und die B63, ohnehin CO2-belasteten Region würde zerstört.

Die BI Dreiländereck befürwortet eine moderate, bedarfsgerechte Bebauung eines Areals von ca. 1 bis 2 ha im Einklang mit Mensch und Natur!